Thranduil, the Elvenking Commander Deep Dive – Wenn der Friedhof zur Toolbox wird
Was wäre, wenn unsere Elfen nach ihrem Tod nicht einfach verschwinden, sondern unseren Commander immer mächtiger machen?
Genau diese Frage beantwortet Thranduil, the Elvenking auf eine für Elf-Decks ungewöhnliche Art. Statt ausschließlich möglichst viele Elfen auf das Spielfeld zu bringen und sie anschließend mit klassischen Lords zu verstärken, verwandelt Thranduil unseren Friedhof in einen Werkzeugkasten voller aktivierter Fähigkeiten.
Ein Priest of Titania stirbt? Seine Manafähigkeit kann Thranduil übernehmen. Fauna Shaman landet im Friedhof? Plötzlich kann unser Commander selbst Kreaturen suchen. Und sobald Devoted Druid mit den richtigen Elfen zusammentrifft, entstehen sogar echte Infinite Combos.
Damit verbindet Thranduil klassisches Elfball mit Graveyard-Toolbox, Big Mana, Value und Combo.
Das Konzept scheint anzukommen: EDHREC zählt aktuell bereits mehr als 7.000 Thranduil-Decks und führt Elves, Combo, Legends und Graveyard als seine wichtigsten Archetypen. (EDHREC)
In unserem Shielded Lotus Commander Deep Dive schauen wir uns deshalb an, wie Thranduil funktioniert, welche Karten besonders interessant sind, wie wir das Deck aufbauen können und vor allem: Wie gewinnen wir damit eigentlich?

Warum Thranduil, the Elvenking?
Thranduil kostet fünf Mana in Schwarz, Grün und Blau und bringt mit 5/6 bereits einen soliden Körper mit.
Seine eigentliche Stärke liegt allerdings in zwei Fähigkeiten.
Thranduil besitzt sämtliche aktivierten Fähigkeiten aller Elf-Karten in unserem Friedhof.
Außerdem dürfen wir immer dann zwei Karten ziehen und anschließend eine Karte abwerfen, wenn ein anderer legendärer Elf unter unserer Kontrolle ins Spiel kommt. (MAGIC: THE GATHERING)
Beide Fähigkeiten greifen hervorragend ineinander.
Wir spielen einen legendären Elf.
Wir ziehen zwei Karten.
Anschließend werfen wir beispielsweise einen Elf mit einer interessanten aktivierten Fähigkeit ab.
Dieser landet im Friedhof – und Thranduil erhält sofort Zugriff auf dessen Fähigkeit.
Unser Friedhof ist dadurch nicht länger nur eine Ablage für zerstörte Kreaturen. Er wird zu einer Art zweiter Bibliothek für unseren Commander.
Mehr als nur ein weiterer Elfball-Commander
Genau hier unterscheidet sich Thranduil von vielen bekannten Elf-Commandern.
Ein klassisches Elfball-Deck möchte möglichst viele günstige Elfen ausspielen, enorme Mengen Mana erzeugen und die eigene Armee anschließend mit einem Effekt wie Craterhoof Behemoth oder Ezuri, Renegade Leader verstärken.
Thranduil kann das ebenfalls.
Aber er muss es nicht.
Wir können ihn wesentlich stärker als Toolbox-Commander aufbauen. Manche Elfen wollen wir bewusst auf dem Battlefield haben, andere möchten wir sogar gezielt in den Friedhof bekommen.
Diese Entscheidungsebene macht Thranduil deutlich komplexer, aber gleichzeitig enorm flexibel.
Sultai ist nahezu perfekt für diese Strategie
Mit Grün, Schwarz und Blau besitzt Thranduil eine hervorragende Farbidentität.
Grün liefert uns Mana-Elfen, Creature-Tutoren, Elf-Synergien und starke Finisher.
Schwarz bringt Graveyard-Setup, Reanimation, Tutoren und Removal.
Blau ergänzt Counterspells, Kartenvorteil und Möglichkeiten, unsere wichtigen Engines zu schützen.
Das Ergebnis ist kein reines Aggro-Deck.
Wir würden Thranduil vielmehr als Mischung aus Elf Typal, Graveyard Toolbox, Midrange, Big Mana und Combo einordnen.
So funktioniert Thranduil
Die wichtigste Regel für das Deck lautet:
Nicht jede Fähigkeit eines Elfen im Friedhof wird von Thranduil übernommen.
Es geht ausschließlich um aktivierte Fähigkeiten.
Diese erkennt man grundsätzlich an der Struktur:
Kosten : Effekt
Der Doppelpunkt ist entscheidend. Wizards bestätigt in den offiziellen Release Notes ausdrücklich diese Funktionsweise. Ausgelöste Fähigkeiten wie „Whenever …“ oder statische Fähigkeiten werden dagegen nicht übernommen. (MAGIC: THE GATHERING)
Ein einfaches Beispiel macht den Unterschied deutlich.
Liegt Priest of Titania in unserem Friedhof, erhält Thranduil ihre Fähigkeit, sich zu tappen und für jeden Elf auf dem Battlefield grünes Mana zu erzeugen.
Das bedeutet:
Priest of Titania auf dem Battlefield = Manaquelle.
Priest of Titania im Friedhof = Thranduil wird selbst zur Manaquelle.
Das ist der zentrale Gedanke des gesamten Decks.

Der Friedhof wird zur Toolbox
Stellen wir uns vor, in unserem Friedhof befinden sich im Verlauf einer Partie mehrere unterschiedliche Elfen.
Priest of Titania liefert eine starke Manafähigkeit.
Fauna Shaman ermöglicht Creature-Tutoring.
Immaculate Magistrate verteilt +1/+1-Counter.
Devoted Druid liefert Mana und vor allem eine Möglichkeit, Thranduil wieder zu enttappen.
Thranduil kann dadurch zunehmend mehrere Aufgaben gleichzeitig übernehmen.
Je besser unser Friedhof vorbereitet ist, desto vielseitiger wird unser Commander.
Das verändert auch unsere Bewertung vieler Karten. Eine Kreatur zu verlieren ist in diesem Deck nicht zwangsläufig ein vollständiger Ressourcenverlust.
Bei bestimmten Elfen kann der Tod sogar Teil unseres Plans sein.
So spielt sich ein Thranduil-Deck
Early Game – Mana vor Macht
In den ersten Zügen sollten wir nicht versuchen, möglichst spektakulär zu spielen.
Wir brauchen Mana.
Thranduil kostet fünf Mana und unsere Strategie wird wesentlich besser, wenn bereits einige Ressourcen vorbereitet sind, bevor er das Battlefield betritt.
Ein idealer Start könnte ungefähr so aussehen:
Turn 1: Llanowar Elves.
Turn 2: Priest of Titania und eventuell ein weiterer günstiger Elf.
Turn 3: Graveyard-Setup oder Value.
Turn 4: Thranduil mit Schutz oder einem bereits vorbereiteten Friedhof.
Unsere Starthand sollte deshalb normalerweise zwei bis drei Länder, mindestens eine frühe Rampquelle und idealerweise entweder Interaktion oder Graveyard-Setup enthalten.
Mid Game – Thranduil übernimmt
Der größte Fehler wäre, Thranduil automatisch auszuspielen, sobald fünf Mana verfügbar sind.
Ein Thranduil ohne vorbereiteten Friedhof ist zunächst lediglich eine 5/6-Kreatur.
Interessanter wird es, wenn bereits Priest of Titania, Fauna Shaman, Devoted Druid oder ein anderer Utility-Elf im Friedhof liegt.
Noch besser ist es, wenn wir gleichzeitig Schutz offenhalten können.
Denn Thranduil ist ein wichtiger Teil unserer Engine. Wird er mehrfach entfernt, werden aus fünf Mana schnell sieben und anschließend neun Mana.
Im Mid Game möchten wir deshalb drei Dinge gleichzeitig erreichen:
Unsere Elf-Manaengine weiterentwickeln, den Friedhof gezielt vorbereiten und Thranduil vor entscheidender Interaktion schützen.
Late Game – Value muss zum Sieg werden
Irgendwann reicht es nicht mehr, einfach nur mehr Mana und mehr Fähigkeiten zu besitzen.
Wir brauchen einen Finisher.
Hier besitzt Thranduil einen großen Vorteil: Wir sind nicht auf einen einzigen Plan angewiesen.
Eine Elf-Armee kann über Combat gewinnen.
Infinite Mana kann einen Finisher ermöglichen.
Ein enorm verstärkter Thranduil kann über Commander Damage gefährlich werden.
Und unsere Sultai-Farben geben uns zusätzliche Big-Mana- und Graveyard-Möglichkeiten.
Diese Flexibilität ist eine der größten Stärken des Commanders.
Wie bauen wir ein Thranduil Commander Deck?
Die genaue Verteilung hängt stark davon ab, ob wir Thranduil eher als Elfball-, Graveyard- oder Combo-Commander spielen möchten.
Als Ausgangspunkt würden wir ungefähr folgende Größenordnung empfehlen:
| Kategorie | Richtwert |
|---|---|
| Länder | 34–36 |
| Ramp & Mana-Elfen | 12–15 |
| Draw & Card Advantage | 8–10 |
| Interaktion | 8–12 |
| Graveyard-Setup | 6–10 |
| Schutz | 4–7 |
| Finisher | 3–5 |
Gerade bei der Landzahl sollte man nicht übertreiben. 34 Länder funktionieren nur zuverlässig, wenn tatsächlich genügend günstige Mana-Elfen vorhanden sind.
Ramp ist das Fundament
Hier dürfen wir aus dem Vollen schöpfen.
Llanowar Elves, Elvish Mystic und Fyndhorn Elves ermöglichen schnelle Starts.
Priest of Titania, Elvish Archdruid, Marwyn, the Nurturer und Wirewood Channeler können anschließend enorme Mengen Mana produzieren.
Die aktuellen EDHREC-Daten spiegeln diese Bedeutung deutlich wider: Elvish Archdruid liegt bei rund 80 % der erfassten Thranduil-Decks, Priest of Titania bei 77 %, Marwyn bei 72 % und Devoted Druid bei 70 %. (EDHREC)
Das Entscheidende ist allerdings nicht nur ihre Stärke auf dem Battlefield.
Bei Elfen mit aktivierten Fähigkeiten bleibt ein Teil ihres Nutzens auch nach ihrem Tod erhalten.
Graveyard-Setup ist keine Nebensache
Ein klassisches Elf-Deck benötigt normalerweise keine Karten wie Buried Alive.
Bei Thranduil verändert sich das.
Buried Alive kann drei Kreaturen direkt aus unserer Bibliothek in den Friedhof legen.
In diesem Deck kann das sinngemäß bedeuten:
„Suche drei neue Fähigkeiten für Thranduil.“
Auch Fauna Shaman ist hervorragend, weil sie eine Kreatur aus unserer Hand abwerfen und anschließend eine andere suchen kann.
Wir verbessern damit gleichzeitig unsere Hand und unseren Friedhof.
Weitere Möglichkeiten sind beispielsweise Entomb, Unmarked Grave, Grisly Salvage oder andere Self-Mill- und Discard-Effekte.
Gerade stärker auf Graveyard und Control ausgerichtete EDHREC-Listen zeigen, wie zentral Buried Alive, Devoted Druid, Entomb und Fauna Shaman für diesen Ansatz werden können. (EDHREC)
Schutz ist Pflicht
Thranduil kostet fünf Mana und besitzt keinen eingebauten Schutz.
Heroic Intervention, Tyvar's Stand und Veil of Summer sind deshalb interessante Optionen.
Durch Blau erhalten wir zusätzlich Zugriff auf Counterspell, Swan Song, An Offer You Can't Refuse und ähnliche Antworten.
Thousand-Year Elixir verdient ebenfalls besondere Aufmerksamkeit.
Viele der Fähigkeiten, die Thranduil übernimmt, verlangen das Tappen der Kreatur. Das Elixir lässt unsere Kreaturen solche Fähigkeiten so verwenden, als hätten sie Haste, und kann zusätzlich eine Kreatur enttappen.
Dadurch können wir Thranduil wesentlich schneller in eine echte Engine verwandeln.
Die wichtigsten Synergien

Priest of Titania
Priest of Titania ist eines der besten Beispiele dafür, warum Thranduil anders funktioniert.
Lebt sie, erzeugt sie Mana.
Stirbt sie, kann Thranduil ihre aktivierte Fähigkeit übernehmen.
Bei einem Battlefield voller Elfen kann unser Commander dadurch selbst enorme Mengen grünes Mana produzieren.
Fauna Shaman
Fauna Shaman verwandelt Thranduil in eine Toolbox.
Liegt sie im Friedhof, kann er ihre Fähigkeit verwenden:
Wir werfen eine Kreatur ab und suchen eine andere.
Bei einem Elf mit einer interessanten aktivierten Fähigkeit ist selbst das Abwerfen möglicherweise ein Vorteil.
Wir suchen also eine benötigte Kreatur und verbessern gleichzeitig Thranduils Fähigkeiten.
Immaculate Magistrate
Mit Immaculate Magistrate im Friedhof kann Thranduil +1/+1-Counter entsprechend unserer Elfenzahl verteilen.
Das kann unsere Combat-Strategie unterstützen, Thranduil selbst zu einer Commander-Damage-Bedrohung machen und ist gleichzeitig Teil einer seiner wichtigsten Combos.
Buried Alive
Buried Alive ist keine klassische Synergie im Sinne zweier permanenter Karten, aber eine der stärksten Setup-Karten des Decks.
Wir können genau die Elfen in den Friedhof legen, deren Fähigkeiten wir benötigen.
Dadurch müssen wir nicht darauf warten, dass unsere Kreaturen irgendwann sterben.
Wir bauen Thranduil gezielt zusammen.
Thousand-Year Elixir
Thranduil übernimmt zahlreiche Tap-Fähigkeiten.
Das Problem:
Eine frisch ausgespielte Kreatur kann diese aufgrund von Summoning Sickness normalerweise nicht sofort verwenden.
Thousand-Year Elixir löst genau dieses Problem und bietet zusätzlich einen Untap-Effekt.
Das kann aus einem langsamen Setup-Zug plötzlich einen explosiven Combo- oder Value-Zug machen.
Thranduils Infinite Combo
Jetzt kommen wir zu einer der gefährlichsten Seiten des Commanders.
Hier müssen wir klar zwischen einer guten Synergie und einer tatsächlichen Infinite Combo unterscheiden.
Die folgende Kombination ist regeltechnisch eine echte Infinite Combo und wird auch von Commander Spellbook entsprechend dokumentiert. (Commander Spellbook)
Thranduil + Devoted Druid + Immaculate Magistrate
Benötigte Karten:
Thranduil, the Elvenking auf dem Battlefield und ohne Summoning Sickness.
Devoted Druid im Friedhof.
Immaculate Magistrate im Friedhof.
Außerdem müssen wir mindestens zwei Elfen kontrollieren. (Commander Spellbook)
So funktioniert die Combo
-
Thranduil verwendet die übernommene Fähigkeit von Immaculate Magistrate.
-
Wir tappen Thranduil und legen für jeden kontrollierten Elf einen +1/+1-Counter auf ihn.
-
Da wir mindestens zwei Elfen kontrollieren, erhält Thranduil mindestens zwei +1/+1-Counter.
-
Jetzt verwenden wir die übernommene Fähigkeit von Devoted Druid.
-
Wir legen einen -1/-1-Counter auf Thranduil und enttappen ihn.
-
Thranduil kann erneut die Fähigkeit von Immaculate Magistrate verwenden.
-
Pro Durchlauf erhalten wir mehr positive Counter, als wir durch Devoted Druid verlieren.
-
Dieser Vorgang kann beliebig oft wiederholt werden.
Das Ergebnis:
Beliebig viele +1/+1-Counter und anschließend beliebig viel grünes Mana. (Commander Spellbook)
Wie anfällig ist die Combo?
Sie ist stark, aber nicht unangreifbar.
Removal gegen Thranduil, Graveyard-Hate oder eine Antwort auf eine der aktivierten Fähigkeiten kann die Linie unterbrechen.
Genau deshalb sollten wir bei einer optimierten Version nicht nur danach fragen, wie wir die Combo finden – sondern auch, wie wir sie schützen.
Die größten Schwächen
Thranduil ist flexibel, aber keineswegs unverwundbar.
Graveyard-Hate
Das ist wahrscheinlich seine größte natürliche Schwachstelle.
Rest in Peace und vergleichbare Effekte können verhindern, dass unsere wichtigen Elfen überhaupt sinnvoll im Friedhof bleiben.
Auch einmalige Graveyard-Exile-Effekte können problematisch werden, wenn wir mehrere Utility- oder Combo-Elfen vorbereitet haben.
Deshalb brauchen wir Antworten auf Artefakte und Verzauberungen.
Assassin's Trophy, Beast Within, Nature's Claim und Tear Asunder sind hier wertvoll.
Commander-Abhängigkeit
Ein gutes Elf-Deck kann auch ohne Commander Magic spielen.
Aber unser besonderer Toolbox-Plan funktioniert nur mit Thranduil.
Wird er mehrfach entfernt, wird die Commander Tax zunehmend unangenehm.
Boardwipes
Unsere Graveyard-Strategie macht einen Boardwipe zwar teilweise weniger schmerzhaft als bei reinem Elfball.
Trotzdem benötigen wir Elfen auf dem Battlefield, um Mana zu erzeugen, Combos zu unterstützen und Combat zu gewinnen.
Deshalb sollten wir nicht jede Kreatur aus unserer Hand spielen, nur weil wir genügend Mana besitzen.
Komplexität
Der Commander verlangt Überblick.
Welche aktivierten Fähigkeiten liegen aktuell im Friedhof?
Welche davon benötigen Tap?
Welche Manafarben können wir erzeugen?
Welche Fähigkeit sollte zuerst aktiviert werden?
Existiert bereits eine Combo-Linie?
Diese Fragen machen Thranduil spannend – aber eben auch anspruchsvoll.
Wie gewinnt Thranduil?

Gewinnweg 1: Elfball und Combat
Zuverlässigkeit: 5/5
Geschwindigkeit: 4/5
Unterbrechbarkeit: 3/5
Das ist unser natürlichster Backup-Plan.
Wir bauen eine große Elf-Armee auf, erzeugen enorme Mengen Mana und verwenden anschließend einen Finisher.
Ezuri, Renegade Leader ist hierfür hervorragend geeignet.
Finale of Devastation kann sowohl eine wichtige Kreatur suchen als auch bei entsprechend großem X unsere gesamte Armee in eine tödliche Bedrohung verwandeln.
Craterhoof Behemoth erfüllt einen ähnlichen Zweck.
Der Vorteil dieses Plans:
Wir benötigen Thranduil nicht zwingend.
Selbst wenn unsere Graveyard-Engine gestört wird, bleibt ein funktionierendes Elf-Deck zurück.
Gewinnweg 2: Infinite Mana
Zuverlässigkeit: 4,5/5
Geschwindigkeit: 4/5
Unterbrechbarkeit: 3/5
Devoted Druid bildet das Zentrum mehrerer interessanter Thranduil-Interaktionen.
Mit Immaculate Magistrate entsteht die oben beschriebene echte Infinite Combo.
Das Mana allein gewinnt allerdings noch nicht automatisch.
Wir brauchen einen Payoff.
Ezuri kann wiederholt aktiviert werden.
Finale of Devastation kann mit gigantischem X das Spiel beenden.
Andere Big-Mana-Payoffs können denselben Zweck erfüllen.
Gewinnweg 3: Big Mana ohne Infinite Combo
Zuverlässigkeit: 4/5
Geschwindigkeit: 3,5/5
Unterbrechbarkeit: 3/5
Wir müssen überhaupt nicht unendlich gehen.
Priest of Titania, Elvish Archdruid, Marwyn und andere Mana-Elfen können bereits auf faire Weise absurde Mengen Mana erzeugen.
Dieses Mana reicht häufig vollkommen aus, um Finale of Devastation oder andere Finisher spielentscheidend einzusetzen.
Das ist besonders interessant für Spielgruppen, die Infinite Combos vermeiden möchten.
Gewinnweg 4: Commander Damage
Zuverlässigkeit: 3/5
Geschwindigkeit: 3/5
Unterbrechbarkeit: 4/5
Thranduil startet als 5/6.
Über Immaculate Magistrate und andere Pump-Effekte kann er allerdings sehr groß werden.
Mit geeigneter Evasion kann daraus überraschend schnell eine Commander-Damage-Bedrohung entstehen.
Wir würden diesen Weg nicht als Hauptstrategie bauen, aber als Backup-Plan sollte man ihn nicht unterschätzen.
Welches Powerlevel erreicht Thranduil?
Thranduil lässt sich erstaunlich weit skalieren.
Casual
Wir können ihn problemlos als thematisches Elf-Deck spielen.
Viele Elfen, einige legendäre Charaktere, klassische Typal-Synergien und wenig Tutoren ergeben ein starkes, aber überschaubares Casual-Deck.
Wer keine Infinite Combos möchte, lässt die entsprechenden Linien einfach weg.
Improved Casual
Hier sehen wir seinen wahrscheinlich interessantesten Sweet Spot.
Wir kombinieren:
starken Elf-Ramp, Graveyard-Toolbox, gute Interaktion, Schutz und einige effiziente Tutoren.
Infinite Combos können enthalten sein, sollten dann aber mit der Spielgruppe kommuniziert werden.
Das Deck bleibt klar als Thranduil-Deck erkennbar.
High Power
Mit Entomb, Buried Alive, effizienten Tutoren, starker Interaktion und gezielten Combo-Linien wird Thranduil deutlich gefährlicher.
Seine Sultai-Farbidentität liefert uns nahezu alles, was wir für ein optimiertes Deck benötigen.
Der limitierende Faktor bleibt der Commander selbst: Fünf Mana sind in sehr schnellen Runden eine echte Investition.
cEDH
Thranduil besitzt echte Combo-Linien und hervorragende Farben. EDHREC führt mittlerweile auch cEDH-gefilterte Listen für ihn, allerdings ist die Datenbasis dort im Vergleich zur gesamten Commander-Population klein. (EDHREC)
Wir würden ihn deshalb aktuell nicht als etablierten Top-cEDH-Commander einordnen.
Fünf Mana, Graveyard-Abhängigkeit und die Notwendigkeit, bestimmte Tap-Aktivierungen vorzubereiten, sind gegenüber schnelleren Sultai-Engines klare Nachteile.
Für High Power ist er dagegen ausgesprochen interessant.
Wie teuer muss ein Thranduil-Deck sein?
Die gute Nachricht:
Elfball funktioniert bereits mit relativ kleinem Budget.
Viele der wichtigsten Mana-Elfen sind günstig und selbst einige der interessanten Utility-Kreaturen verlangen keine dreistelligen Investitionen.
Budget
Hier konzentrieren wir uns auf:
günstige Mana-Elfen, klassische Elf-Synergien, einfache Graveyard-Enabler und Combat-Finisher.
Bereits damit kann Thranduil einen sehr funktionalen Spielplan entwickeln.
Mittleres Budget
Zusätzliches Budget würden wir zuerst in drei Bereiche investieren:
eine stabilere Sultai-Manabase, effizienteres Graveyard-Setup und bessere Interaktion.
Danach können stärkere Tutoren und Finisher folgen.
Optimiert
Erst hier werden Karten wie Premium-Tutoren, Fast Mana, hochwertige Länder und besonders effiziente kostenlose Interaktion relevant.
Diese Karten machen Thranduil stärker und konstanter.
Sie sind aber nicht notwendig, um die grundlegende Strategie des Commanders erleben zu können.
Für wen eignet sich Thranduil?
Dieser Commander ist perfekt für dich, wenn …
du Elfen magst, aber klassisches Elfball zu linear findest.
Du gerne mit deinem Friedhof arbeitest.
Du Toolbox-Decks interessant findest.
Du Freude daran hast, unterschiedliche Fähigkeiten miteinander zu kombinieren.
Du gerne viele kleine Entscheidungen triffst.
Du sowohl Combat als auch Combo als mögliche Gewinnwege interessant findest.
Und du einen Commander möchtest, dessen Spielweise sich mit zunehmender Erfahrung deutlich weiterentwickelt.
Dieser Commander ist eher nichts für dich, wenn …
du einen möglichst unkomplizierten Elf-Commander suchst.
Du deinen Friedhof nicht ständig im Blick behalten möchtest.
Du keine Lust auf komplexere Sequenzen mit aktivierten Fähigkeiten hast.
Oder du einen Commander suchst, der bereits unmittelbar nach dem Ausspielen das Spiel dominiert.
Thranduil verlangt Vorbereitung.
Genau darin liegt sowohl seine größte Schwäche als auch sein größter Reiz.
Shielded-Lotus-Gesamtbewertung
| Kategorie | Bewertung |
|---|---|
| Stärke | 4,5/5 |
| Konstanz | 4,5/5 |
| Geschwindigkeit | 4/5 |
| Widerstandsfähigkeit | 3,5/5 |
| Schwierigkeit | 4,5/5 |
| Spielspaß | 5/5 |
| Flexibilität | 5/5 |
| Budgetfreundlichkeit | 4/5 |
| Einsteigerfreundlichkeit | 3/5 |

Diese Werte zeigen ziemlich gut, was Thranduil auszeichnet.
Er ist nicht der einfachste Elf-Commander und auch nicht zwangsläufig der schnellste.
Dafür besitzt er eine enorme strategische Tiefe.
Besonders Flexibilität und Spielspaß bewerten wir sehr hoch, weil der Zustand unseres Friedhofs praktisch bestimmt, welche Rolle Thranduil in einer Partie gerade einnimmt.
Fazit: Mehr Toolbox als klassisches Elfball
Thranduil, the Elvenking ist für uns vor allem deshalb interessant, weil er eine der ältesten Commander-Strategien auf ungewöhnliche Weise neu interpretiert.
Elfen produzieren weiterhin Mana.
Elfen bauen weiterhin große Boards auf.
Und Elfen können weiterhin über einen gigantischen Combat-Step gewinnen.
Doch plötzlich stellt sich zusätzlich die Frage:
Welche unserer Elfen wollen wir überhaupt noch auf dem Battlefield haben?
Ein Priest of Titania kann sterben und trotzdem relevant bleiben. Fauna Shaman kann aus dem Friedhof unseren Commander zum Tutor machen. Devoted Druid kann gemeinsam mit den richtigen Fähigkeiten eine vollständige Combo-Engine ermöglichen.
Damit bekommt der Friedhof eine völlig neue Bedeutung.
Thranduils größte Stärke ist deshalb nicht eine einzelne besonders mächtige Fähigkeit. Es ist seine Fähigkeit, sich aus den Karten im Friedhof immer wieder einen anderen Werkzeugkasten zusammenzustellen.
Seine größte Schwäche folgt direkt daraus: Graveyard-Hate und wiederholtes Commander-Removal können den Motor des Decks erheblich ausbremsen.
Wer einfach nur möglichst viele Elfen ausspielen und angreifen möchte, findet wahrscheinlich unkompliziertere Commander.
Wer dagegen Elf Typal mit Graveyard, Toolbox, Big Mana und Combo verbinden möchte, bekommt mit Thranduil einen Commander, bei dem es auch nach vielen Partien noch neue Linien zu entdecken geben dürfte.
Denn unter Thranduil endet der Dienst eines Elfen nicht mit seinem Tod – im Friedhof wird er erst Teil des Werkzeugkastens seines Königs.

